Die Geschichte
Die Personen
Die Hintergründe
Die Recherche
Pressestimmen
Veranstaltungen
Downloads
Links
Forum
Impressum

Die Teufelsbibel                ISBN 978-3-431-03718-0  Ehrenwirth Originalausgabe

 

 

 

 

Erscheint zeitgleich auch als Hörbuch bei Lübbe Audio                                                                          6 CDs, ca. 450 Minuten                                Sprecher: Klaus-Dieter Klebsch                              (die deutsche Stimme von Alec Baldwin, Gabriel Byrne u.vielen anderen)                                                    ISBN 978-3-7857-3373-8

 

sowie in tschechischer Übersetzung bei Bastei Moba, Brno

 

 

„Der Preis deiner Liebe bist du selbst.“
Augustinus

 

„Herr Vater?“
„Hm?“
„Was ist ein Codex?“
Andrejs Vater war kein schlechter Mensch. Wenn er einer gewesen wäre, hätte er seine Frau und sein Kind schon vor Jahren ihrem Schicksal überlassen und wäre seinem Traum alleine nachgejagt. Er mochte ein Dieb sein, wenn man ihm nicht freiwillig gab, was er zu benötigen meinte, und er mochte ein Betrüger sein, wenn die Leute leichtgläubig genug waren, sich von ihm betrügen zu lassen – doch was er tat, tat er um eines hehren Zieles willen: der Wissenschaft.
„Ein Codex … das sind viele Blätter, die man zusammengebunden hat, so dass man sie umschlagen und hintereinander lesen kann. Etwas, das man mitnehmen kann, ohne dass man eine ganze Truhe voller Schriftrollen mit sich führt.“
„Warum ist dieser Codex so wichtig für uns?“
Der alte Langenfels grinste plötzlich. Er rubbelte seinem Sohn durch die Haare. Dann lehnte er sich zurück und holte Atem.
„Es ist die Geschichte eines Mönchs, der den Glauben verlor. Und der eine schreckliche Sünde auf sich geladen hatte.“
Andrej starrte ihn an.
„Das war vor vierhundert Jahren. Vierhundert Jahre sind eine lange Zeit, mein Sohn, und wer damals lebte, von dem ist heute nur noch Staub übrig – Staub, eine Geschichte und ein Buch. Das mächtigste Buch der Welt.“

 

 

Böhmen, 1572: In einem halb verfallenen Kloster wird der kleine Andrej Zeuge eines Massakers: zehn Menschen werden von einem Wahnsinnigen ermordet. Andrejs Eltern sind unter den Opfern. Selbst das Kind, das eine der Frauen sterbend zur Welt bringt, wird vom Prior des Klosters zum Tod verdammt. Allein Andrej kann fliehen – und nimmt das Wissen um ein Geheimnis mit sich, das seit Jahrhunderten von der verschworenen Mönchsgesellschaft gehütet wird.
Es ist ein Geheimnis, das der mächtigste Kaiser des Heiligen Römischen Reichs einst in einem abgelegenen Verlies verbergen ließ, das drei Päpste das Leben kosten soll und das diejenigen ruft, in deren Seelen die Stimme des Verderbens Widerhall findet. Es ist die Teufelsbibel, der Codex Gigas, geschrieben vom Teufel selbst in der Zelle eines zum Tode verurteilten Mönchs, der dafür seine Seele verkaufte.

Sieben schwarze Mönche behüten den Codex vor der Welt – oder die Welt vor ihm; ein Menschenleben ist ihnen ein geringer Preis, wenn es um den Fortbestand ihres Geheimnisses geht. Doch die Welt ist gespalten, der Christenheit droht der Untergang, vielen scheint es, dass das Jüngste Gericht bevorsteht, und es gibt einige, die verzweifelt nach einer Waffe suchen, um sich in diesem Kampf zu behaupten. Welche größere Waffe gäbe es als das Wissen, und welches größere Wissen könnte es geben als das des Teufels selbst ...?

 

Die Geschichte schlägt einen Bogen von Paris nach Broumov; von der Bartholomäusnacht 1572 bis zur Verbringung der Teufelsbibel in Kaiser Rudolfs Archiv 1594; von der spanischen Inquisition bis zu den Alchimistenlabors in Prag. Sie spielt in Toledo, in Wien, in Prag, in Podlažice, in Broumov und an vielen Orten dazwischen.

Die Verbindungsglieder sind vier Menschen, die auf geheimnisvolle Weise mit der Teufelsbibel und miteinander verbunden sind: Agnes Wiegant, die ungeliebte Adoptivtochter eines Wiener Kaufmanns; Cyprian Khlesl, Agent eines Bischofs; Andrej von Langenfels, ehemaliger Gassenjunge und Assistent eines Betrügers; und Yolanta Melnika, die sich nur eines wünscht: wieder mit ihrem Kind vereint zu werden. Ihre Gegenspieler finden sich in einem Verschwörerzirkel inmitten des Kardinalskollegiums der katholischen Kirche, die hauptsächlich durch Pater Xavier Espinosa, einem skrupellosen Dominikaner, und Kardinal Cervantes de Gaete, einem uralten Kirchenmann, vertreten werden.

Doch der Hauptantagonist ist kein Mensch – es ist die Teufelsbibel. Glaubt jemand ernsthaft, dass der Teufel, wenn er die Möglichkeit hatte, die Menschen zu verderben, brav den Bibeltext übertragen hätte? Es war genauso wenig sein Anliegen, wie er damals, als er in Gestalt der Schlange den Apfel überreichte, sich Sorgen um die Vitaminversorgung Adams und Evas machte. Wissen ist Macht; Wissen entthront Götter, aber nicht den Teufel. Die Teufelsbibel dient nur einem Zweck: nicht das Wissen der Welt, aber das Wissen des Teufels unter die Menschen zu bringen. Sie hat es zu allen Zeiten und in allen Formen gegeben: als Keilschriftzeichen in babylonischen Stelen, als Pergamentrollen in römischen Bibliotheken … in welcher Form auch immer, sie hat stets darauf gewartet, dass die Menschen sie entdeckten, sie an sich nahmen, glaubten, von ihr Besitz ergreifen und sie benutzen zu können, während sie tatsächlich von ihr und ihrem Meister benutzt werden sollten.

In den vergangenen Jahrhunderten ist es stets gelungen, die Magie der Teufelsbibel zu bändigen; doch nun ist eine Macht an ihr interessiert, die sie als ihren letzten Hoffnungsschimmer betrachtet;: die katholische Kirche, in sich zerrissen, gespalten in Ketzer, Sekten und Exegeten, bedroht vom schwarzen Zauber der Alchimie und von der immer stärker werdenden protestantischen Bewegung. Einflussreiche Männer in der katholischen Kirche sind überzeugt, dass sie die Teufelsbibel als Waffe im Kampf um das Überleben der Christenheit benutzen können, und sie glauben an keine Warnung, dass diese Art von Waffe sich immer zuerst gegen ihren Träger wendet.

Agnes, Cyprian und die anderen, verstärkt durch historische Persönlichkeiten wie Bischof Melchior Khlesl, Kaiser Rudolf II, Papst Innozenz IX und viele weitere, glauben den Weg zu gehen, den ihre eigenen Probleme sie zu gehen zwingen. Doch sie alle sind in Wahrheit nur zu einem Ziel unterwegs: einem Buch, das in einer von Ketten gesicherten Truhe tief in den Gewölben eines Klosters von sieben schwarzen Mönchen bewacht wird …